Wasser für Labgar: Spenden verhelfen Menschen im Senegal zu einer besseren Lebensqualität. Mittlerweile gibt es weitere Projekte

Schloß Holte-Stukenbrock / Kaunitz. Das Gelände rund um das denkmalgeschützte Kötterhaus am Sennebach ist ein malerischer Ort. Hier, unter schattigen Bäumen und Schirmen, kommen 85 Männer und Frauen zusammen, die gemeinsam picknicken, vor allem aber Hilfe leisten wollen. Die 10 Euro (oder auch mehr), die sie für einen Platz an den auf der Wiese platzierten Tischen zahlen, helfen Menschen im Senegal, sich selbst zu helfen.

Gaby Schäfers aus Hövelhof steht hinter einem Stand mit afrikanischen Stoffen, Taschen und Perlenschmuck. Seit sechs Jahren ist die 69-Jährige Mitglied im Förderverein „Wasser für Labgar”. „Ich habe immer etwas gesucht, das ich unterstützten kann”, erzählt Schäfers, warum ihre Wahl gerade auf dieses Langzeitprojekt gefallen ist. „Hier weiß ich genau, dass alles eins zu eins in Labgar ankommt, deshalb setze ich mich dafür ein.”

Der Schloß Holte-Stukenbrocker Mor Séne und die Hövelhoferin Dorothea Martl haben den Förderverein im Jahr 2012 gegründet. Er hatte zunächst zum Ziel, den Menschen im senegalesischen Dorf, in dem Mor Séne seine Kindheit verbracht hat, Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verschaffen. Zugleich sollte die Lebensqualität im aufstrebenden Dorf verbessert werden. Das gilt immer noch, aber das Engagement ist dank der Unterstützung vieler Menschen gewachsen und hat neue Ziele.

Die Menschen nennen sie “Engel Doro”

„Unser erstes Projekt war Wasser für Labgar”, berichtete Dorothea Martl, die von den Menschen in Labgar „Engel Doro” gerufen wird, den Gästen. Seinerzeit war der Wunsch nach einer Wasserleitung umgesetzt worden. Sie führt seither auf einer Strecke von 415 Metern vom Wasserturm zum Krankenhaus und zur Schule bis zur Dorfmitte.

„Inzwischen haben wir ein zweites Projekt auf den Weg gebracht.” Das trägt den Namen „Gemüse für Labgar”. Wobei, das betont die Vorsitzende, natürlich auch Obst dazu gehöre. Ein großes Feld wurde angelegt. Der Förderverein hatte 1,5 Kilometer vom Dorfkern entfernt zwei Hektar Land erworben und umzäunt. Das war möglich, weil ein Paderborner Unternehmen großzügig Zäune gespendet hatte. Nun können die Pflanzen vor Tierfraß geschützt werden und wachsen.

Sabine Degner vom Projektteam deutet auf Pläne, die am Rande des Picknicks aushängen. „Zentrum für Landwirtschaft, Handwerk und Technologie”, so sind sie überschrieben. Bilder zeigen senegalesische Arbeiter, die mit dem Bau eines Lagers aus Stein für die Hilfsgüter beschäftigt sind, das bereits genutzt wird und ebenfalls von Zäunen umgeben ist. „Die Arbeitsweise dort ist eine ganz andere”, sagt Sabine Degner über das Anrühren von Speis. Momentan werde für die Realisierung des Gemüsefeldes nach Wasser gebohrt. „220 Meter Tiefe werden benötigt, momentan sind es erst 110.”

Vielleicht entsteht ein Restaurant

„Die nächste Idee ist, eine Werkstatt zu bauen”, erzählt Degner von räumlichen Voraussetzungen, die für die Auszubildenden geschaffen werden sollen. Aus einem ursprünglich angedachten Gemeinschaftsraum hat sich unterdessen der Gedanke entwickelt, ein Restaurant zu bauen. „Die Frauen wollen nicht nur das Gemüsefeld bewirtschaften, sie möchten die Früchte auch anbieten.” Sabine Degner wird im November nach Labgar reisen. Gemeinsam mit Hausärztin Renate Froese aus Hövelhof. Die Medizinerin möchte erklären, wie ein bereits vorhandenes Ultraschallgerät funktioniert.

Für das Projekt „Gemüse für Labgar” sind beim Picknick 850 Euro zusammengekommen. Außerdem einige Spenden. Die Firma Steffens-Pumpen aus Delbrück-Anreppen hat 2.000 Euro zur Verfügung gestellt, vom „Inner Wheel Club” Lemgo – Bad Salzuflen sind weitere 1.000 Euro hinzugekommen. Musikalisch untermalt wurde das Benefiz-Picknick vom Trio „The Young Guinessis” mit Lukas Berens und Sebastian Schumacher aus Hövelhof sowie David Brokherm aus Liemke, außerdem vom „GBS-Projekt” mit Sängerin Franziska Gees und Gitarristin Manuela Brock-Schniedermann. Für ein besonderes Hörvergnügen sorgte, zudem Märchenerzählerin Marianne Vier aus Bad Lippspringe.

Quelle:  Neue Westfälische/nw.de vom 20./21.06. 19, Autorin/Fotografin Karin Prignitz

https://www.nw.de/lokal/kreis_guetersloh/schloss_holte_stukenbrock/22490411_Picknicken-fuers-Gemuesebeet.html

Quelle: NW, Karin Prignitz

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